Produktionstagebuch Undercover Cowboy
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Irgendwann im Frühjahr 2003 Wir entdecken das Lego-Fort in einem Laden und die Ideen sprudeln aus uns heraus. Das Fort wird gekauft und noch am gleichen Tag zusammengebaut (wen wundert’s).
Sommer 2003Reto Brügger und Stefan Minder schreiben die Geschichte nieder. Allerdings war da noch alles etwas anders. Z.B. hätten die Banditen am Ende alle gefangen werden sollen, der General war etwas diktatorischer, es gab noch keine Roxy und wir nannten den Film „Goldene Rache“.Spätsommer bis Ende 2003Ohne auch nur zu ahnen worauf wir (Reto und Stefan) uns einlassen beginnen wir den Film mit der Szene im Saloon. Noch nie zuvor hatten wir soviele Männchen auf ein Mal im Bild, die sich bewegen mussten. Aber man wächst je bekanntlich mit der Herausforderung... Auch die Szene im Banditenfelsen entpuppt sich als schwierige Aufgabe. Zum ersten Mal lassen wir die Männchen beim Sprechen sich bewegen. Da wir aber noch keinen gesprochen Text haben, improvisieren wir die Länge der Aufnahme auf gut Glück. 2004 Aus zeitlichen Gründen kann Reto leider nicht mehr am Projekt teilnehmen. So macht der gute Hirsch das Projekt alleine weiter. War es doch vorher nicht schon schwierig genug. Leider macht auch der Hirsch nach anfänglicher Euphorie im 2004 eine kleine Pause. Der Film geht erst bis zur Trainings-Sequenz. Die momentane Hoffnung ist, dass sich der Film von alleine fertig stellt... ...doch es kommt natürlich anders. Hirsch führt seinen langjährigen Freund Elch (Olivier Altenbach) in die Kunst des Trickfilmens ein und der ist sogleich vom Fieber gepackt. Das Drehbuch wird umgeschrieben und neue Ideen verwirklicht, die den Film interessanter machen. Eine Liebesgeschichte und ein Happy End finden ihren Weg in unseren bisher viel zu ernsten Film. Genauso werden die Dialoge angepasst. Mit gemeinsamer Motivation machen wir uns an die Mission „Film fertigstellen“.. 2005 In wöchentlichen Abständen können wir uns treffen und kommen so in gutem Tempo vorwärts. Auch wenn einige Szenen besonders anstrengend und, man traut es fast nicht zu sagen, extrem nervend sind. So zum Beispiel alle Szenen mit Roxy hinter Gittern. Oft dürfen wir uns auch über die Kamera des Lego Studios aufregen, die bei einigen guten Ideen nicht gerade kooperativ ist. Wie auch immer: Am Ende zählt nur die Freude am Trickfilmen selbst und so schaffen wir es tatsächlich den Film im November 2005 –rein filmisch gesehen- fertig zu stellen! Nun beginnt die Arbeit der Nachproduktion. Hirsch hat es sich in den Kopf gesetzt die Musik selbst zu schreiben. Ebenfalls wollen hirschundelch für jede grosse Rolle einen eigenen Stimmgeber. Diese Personen werden aus dem Kollegenkreis mobilisiert. Anfang 2006Wir schaffen es tatsächlich innert kurzer Zeit sämtliche Dialoge mit allen 9 Akteuren aufzunehmen. Doch das ganze richtig zusammen zu schneiden ist gar nicht mal so einfach. Da wir aus technischen Gründen alle Stimmen einzeln aufgenommen haben, müssen die Dialogszenen schliesslich auf den Film abgestimmt zusammengeschnitten werden.Die Musik hat Hirsch schon während der Filmarbeiten angefangen. Er benutzt dabei ein Hauptthema, das Blondis Charakter sowie eigentlich den Charakter des ganzen Filmes widerspiegeln soll. Dieses Thema braucht er in fast jedem Stück in abgeänderter Form. Nun müssen noch einige Anpassarbeiten gemacht werden, damit die Musik den Film auch richtig dramatisch unterstützt und nicht nur einfach da ist. Natürlich dürfen auch die Geräusche nicht fehlen. Mikrofonaufnahmen mit „Buff“ und „Peng“ wollen wir doch so langsam hinter uns lassen. So geht es also daran jedes einzelne Geräusch genau in den Film einzusetzen. Schritte sollten genau passen, genauso Schüsse und Schläge. Viele Stunden verbringen wir damit, jedes einzelne Geräusch an seinen Platz zu setzen. Danach schwört sich der Hirsch, nie Sound Effects-Mischer zu werden. Es macht zwar teilweise sehr Spass (man kann sich nicht vorstellen wofür man das Geräusch von sich öffnenden und schliessenden Türen alles gebrauchen kann), ist aber unglaublich anstrengend. Das grösste Problem ist allerdings der Film selbst. Die vom Lego Studio produzierten Files können auf Hirschs Mac nicht gelesen werden, aufgrund eines seltenen codecs. Ein Umwandler kann auch nicht gefunden werden. So bleibt uns schliesslich nichts anderes übrig als bei Hirschs Vater Hilfe zu suchen. Freundlicherweise stellt er uns für ein paar Stunden seinen Laptop zur Verfügung. Dort können wir die bestehenden Files in einem Videoprogramm als einzelne Szenen zusammenschneiden und im richtigen Format neu rendern lassen. DANKE! Schliesslich müssen der Film und die drei verschiedenen Audio-Spuren (Geräusche, Dialog, Musik) zusammengesetzt werden. Dies geschieht im Final Cut Express. Der Vor- und Nachspann wird ebenfalls eingesetzt. Sommer 2006Der Film ist fertig! Nach langer, langer Zeit haben wir es endlich geschafft. Nun gilt es, eine Premiere zu organisieren... und der nächste Film ist bereits in unseren Köpfen. |